Malchiner Feuerwehr-Chef siehtTugenden der Brandschützer gefährdet
Malchins Wehrführer Andreas Mohrholz ist bekannt für seine unmissverständliche Wortwahl. Wenn man Chef von 139 Feuerwehrleuten ist, sollte einem eine klare Ansprache sicherlich auch nicht fremd sein. Dafür ist die Verantwortung schlicht und ergreifend zu groß.
Und dennoch. Auf der Jahreshauptversammlung der Malchiner Kameraden am 26. Februar sahen sich einige Damen und Herren auf den Gästebänken dann doch schon ziemlich erstaunt an, als Mohrholz in sehr offener und kritischer Art und Weise in seinem Rechenschaftsbericht Probleme innerhalb der Wehr ansprach, die dem obersten Malchiner Feuerwehrmann ganz offensichtlich ziemlich schwer im Magen liegen. Den Unmut von Mohrholz weckte in den vergangenen Jahren nicht etwa die Leistungsfähigkeit der Malchiner Brandschützer. „In dieser Hinsicht muss uns nicht Bange sein, da können sich viele andere Wehren der Region hinter verstecken“, meinte der Wehrführer. Anders sieht es da offenbar aber mit den Tugenden aus, die für gewöhnlich Freiwillige Feuerwehren auszeichnen: Kameradschaft, Einsatzwillen, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit. Davon scheint bei der Malchiner Wehr derzeit nicht allzu viel übrig geblieben zu sein. „An der Tagesordnung sind Geld, Macht und Egoismus. Die kleine, heile Welt der Feuerwehr gibt es nicht mehr“, stellte Mohrholz ernüchtert fest. Man müsse zurückkehren zu Respekt und Akzeptanz gegenüber den Einzelnen sowie der Gemeinschaft und man müsse notfalls auch den Mut haben, sich von Unbelehrbaren zu trennen. Nach seinem offiziellen Bericht erläuterte Mohrholz im Gespräch die Anlässe für seine Kritik. Dreiviertel der Kameraden würden zum normalen Dienst wie gefordert in Uniform erscheinen, der Rest nur in Zivil. Auseinandersetzungen habe es zudem mit Kameraden gegeben, die sich qualifiziert haben. „Das ist anerkennenswert. Doch bedeutet Qualifikation nicht immer gleich auch mehr Kompetenz“, stellte Mohrholz klar. Seine Kritik richtete sich an diesem Abend aber nicht nur gegen einige seiner Kameraden. Einen verbalen Hieb richtete der Wehrführer auch gegen ein Gremium, das es mittlerweile garnicht mehr gibt: die Gemeindevertretung von Remplin. Die habe es nicht geschafft oder für nötig gehalten vor der Fusion mit Malchin den Wehrführer und seinen Stellvertreter würdig zu verabschieden. Das ist absolut unakzeptabel“, so Mohrholz. Bei aller Manöverkritik vergaß er es aber auch eines nicht: allen Kameraden zu danken, die auch in den zurückliegenden Monaten mit ihrem Einsatz dazu beigetragen haben, dass die Malchiner Feuerwehr ihre Aufgaben erfüllt |
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Zuletzt aktualisiert am Montag, 29. März 2010 um 08:24 Uhr |